Weder der hier vertretbare Rahmen noch mein redaktioneller Duktus würden einer gebührenden Würdigung des Mannes Don Cornelius in seiner Rolle als einer der ersten schwarzen Entertainer im amerikanischen Fernsehen annähernd gerecht werden. Mit seinem ‘Soul Train’ fuhr der in Chicago gebürtige Moderator zu Beginn der 70er in die Wohnzimmer einer von Rassen- wie Klassenunterschiedenen tiefsitzend geprägten Bevölkerung, deren Weltbild sich weiterhin im Maximalkontrast von schwarz und weiß manifestierte. Musik war seine Botschaft, die ausdrucksstärksten Tänzer der Jugend aus L.A. seine Fahnenträger. Den kulturellen und emanzipatorischen Stellenwert der Sendung ‘Soul Train’ rückwirkend zu bemessen, erscheint aus heutiger, wie europäischer Sicht als schier vermessen und nicht möglich. Am vergangenen Mittwoch, den 01. Februar nahm sich Don Cornelius im Alter von 75 Jahren das Leben. Was bleibt, ist die Musik. We are still on the hippest trip.
(Die Dokumentation, die ich an dieser Stelle bringen wollte, ist leider nicht länger frei verfügbar. Also sucht selbst, es lohnt sich.)





